Voice Dialogue

Kennen Sie das auch? - Gerade eben noch waren Sie felsenfest davon überzeugt, etwas richtig gemacht zu haben und fühlen sich selbstsicher, gut gelaunt und in Hochstimmung. - Vielleicht war es ein Vortrag oder eine Präsentation, die Sie gehalten haben. Oder ein wichtiges Gespräch, das nach erstem Eindruck sehr gut verlaufen ist. Oder eine Prüfung, bei der Sie - nach anfänglichem Zögern - Ihr ganzes Wissen abrufen und „loswerden" konnten.

Doch allmählich beschleichen Sie leichte Zweifel über Ihre Leistung, zuerst noch zaghaft und unsicher. Doch je mehr Sie darüber nachdenken, desto mehr „Indizien" finden Sie, die belegen, dass Ihr Tun doch nicht so glanzvoll war, wie Sie meinten.

Sie fangen an, jedes Wort, jede Geste, jede kleinste Kleinigkeit noch einmal durchzuspielen, und überall finden Sie etwas auszusetzen. Jetzt sind Sie felsenfest davon überzeugt, dass das, was Sie geleistet haben, völlig falsch und schlecht war. Die Hochstimmung ist natürlich längst verflogen, und Sie reden sich weiterhin einen Kritikpunkt nach dem anderen ein.

Reden da wirklich SIE, oder redet Ihnen ein anderer Ihre schlechte Leistung ein? - Gibt es da etwa eine Stimme, die genau dafür „gemacht" ist, dass Sie sich schlecht fühlen? Und wenn das so ist, warum macht diese Stimme das?

Es gibt diese Stimme tatsächlich und sie hat einen Namen: „der innerer Kritiker". Er kritisiert einfach alles, was Sie tun, denn genau das ist seine Aufgabe. Und zwar um Sie zu schützen. Zum Beispiel davor, dass Sie nicht im Höhenflug hängen bleiben, sondern wieder auf den „realen Boden" zurückkommen. Oder dass Sie erst gar keine Hochstimmung erleben! Denn in der Euphorie kann man leicht Fehler machen. Und davor möchte er Sie schützen. Und auch vor Enttäuschungen. - Stellen Sie sich vor, Sie bleiben felsenfest davon überzeugt, Ihre Prüfung mit einer Meisterleistung bestanden zu haben, und es stellt sich heraus, dass Sie sie noch nicht einmal mit Ach und Krach geschafft haben. Wie groß wäre da Ihre Enttäuschung, wenn Ihr innerer Kritiker Sie nicht davor bewahrt hätte!

Es gibt aber noch mehr Hauptstimmen in Ihnen, zum Beispiel den Bewacher, den Perfektionisten, den Patriarchen, den Antreiber und noch andere. Sie alle haben das Ziel, Sie mit Hilfe ihrer speziellen Aufgaben zu beschützen. - Und diese inneren Anteile von Ihnen waren auch wirklich notwendig, als Sie noch ein Kind waren und lernten, sich in unserer Welt zurecht zu finden und sich anzupassen. - Heute jedoch, wenn Sie als erwachsener Mensch durchs Leben gehen, brauchen Sie diesen Schutz nicht mehr in dem Maße, wie er Ihnen weiterhin angeboten wird. Schlimmer noch: diese Hauptstimmen haben ihre Aufgaben bis zum heutigen Tag sogar noch verfeinert und ausgefeilt, denn ihnen wurden bisher noch keine Grenzen gesetzt. Und so spulen sie ihr Programm ab ohne Rücksicht darauf, ob es noch nötig ist, und ganz gewiss ohne zu merken, dass es Ihnen damit inzwischen einfach nur schlecht geht.

Es gibt eine perfekte Methode, um unseren Hauptstimmen die Grenzen zu zeigen. Sie heißt Voice Dialogue. Durch den Dialog mit den inneren Stimmen fangen wir an, wirklich erwachsen zu werden und die Herrschaft über unser Leben zurück zu erobern. Wir werden bewusster in unserem Denken und Handeln und kommen den Automatismen unserer früheren Denk- und Handlungsweisen auf die Schliche. Wir können die inneren Stimmen sogar im positiven Sinn für uns nutzen. Zum Beispiel können wir den inneren Kritiker mit Verständnis und Wertschätzung seiner Aufgabe als wichtigen Berater auf unsere Seite bringen.

Es gibt zu diesen Hauptstimmen auch die entsprechenden Gegenpole. Das sind die Stimmen, die mit der Zeit immer leiser und schüchterner wurden, zum Beispiel der Genießer, der Spaßmacher, der Abenteuerlustige, und noch viele mehr. - Mit Voice Dialogue können sie sich trauen, wieder lauter zu werden, und Sie dürfen sich trauen, Ihr Leben auch wieder genießen zu dürfen und Spaß zu haben, ohne dass der Kritiker Ihnen gleich wieder alles mies macht. - Sie dürfen sich erlauben, selbst über Ihr Leben zu bestimmen und erwachsen zu sein.